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Unsere Milonga in Basel findet in der Regel einmal im Monat statt, in der Regel an einem Samstag.

Für die aktuellsten Infos gibt es einen Newsletter – aber dafür brauchen wir deine E-Mail-Adresse. Die Termine werden auch im Tangodanza-Kalender und im Kalender von Tangoinfo.ch veröffentlicht.

Ort:  Wettsteinsaal, Claragraben 43 (1. Stock), Basel  (2 Minuten vom Claraplatz). Der Wettsteinsaal ist ein schöner grosser Saal mit Flair und gutem Parkettboden. 

Wir hatten hier in der Schweiz bis vor kurzem das Privileg, dass wir trotz der Coronoia einigermassen normal Tango tanzen konnten.
Die geplanten Bailemos-Tango-Milongas im Oktober, November, Dezember müssen jetzt aufgrund der neuen Bestimmungen und Einschränkungen abgesagt werden. 

Das ist sehr schade – der Wettsteinsaal ist ein sehr schöner Ort. Die Milonga hatte sich auch im Ausland herumgesprochen, wir hatten Gäste von weiter her, nicht nur aus Frankreich, auch aus der Gegend von Offenburg, und sogar aus Düren und Marburg. Das letzte Mal war eine sehr schöne Stimmung und wir haben manch schöne Rückmeldung bekommen. 

Hoffen wir, dass irgendwann die Corona-Situation nüchtern, wissenschaftlich und vor allem unabhängig betrachtet und aufgearbeitet wird.  Weitere Gedanken zur C-Situation und zum Tango findest Du hier.


Musik: Die schönsten Melodien aus der Epoca de Oro und davor, in sorgfältig zusammengestellten Tandas und Cortinas. Mittlerweile ist das Repertoire so gross, dass es jeden Abend auch etwas Neues zu hören gibt. Ich habe viel Zeit und Mühe aufgewendet, die jeweils bestklingende Version zu finden – mittlerweile sind auch manche japanische Transfers dazu gekommen. Auch für die Tangokenner wird immer wieder mal eine neue Melodie zu hören sein. Es gibt vom Start an gute Musik.


Der Claragraben 43 ist nicht weit entfernt vom Claraplatz (Tram 6, 8, 14, 15, 17, Bus 31, 34, 38) und Wettsteinplatz (1, 2, 15). Im Claragraben hat es einige Parkplätze, aber die sind am Wochenende sehr begehrt. Deshalb empfehlen wir, mit dem ÖV zum Claraplatz oder Wettsteinplatz zu kommen. 

Für Auswärtige mit dem Zug: Bahnhof Badischer Bahnhof, dort in wenigen Minuten mit dem Tram direkt zum Claraplatz. Das Gleiche beim Ausstieg beim Bahnhof SBB (Tram 2 zum Wettsteinplatz).


Bailemos Tango ! 


DJ Michael KI  



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Auf der Suche nach dem besseren Klang – die kleinen, aber feinen Unterschiede

In heutigen Zeiten trifft man vermehrt auf Milongas, wo datenreduzierte Musik vom iPhone oder Handy kommt – und als Schallquelle gibt es nichts mehr als ein Bluetooth-Quaak-Lautsprecherchen. Das ist kein Witz – das gibt es wirklich. Und es wird immer öfter anzutreffen sein.


‍    Ein paar engagierte und erklärende Worte zu diesem Thema, um verständlich zu machen, was mir wichtig ist und worin sich diese Milonga zu manch anderen unterscheidet.


‍     Warum spiele ich nach Möglichkeit im Vollformat?

‍    Bei den datenreduzierenden Verfahren wie mp3 werden nach psychoakustischen Algorithmen Datenanteile von der Originaldatei weggerechnet (und dann bei der Wiedergabe wieder künstlich dazugerechnet - ähnlich wie beim Orangensaft aus Konzentrat und dem Direktsaft – kaum jemand wird hier bestreiten wollen, dass es da keinen Unterschied gäbe). Gerade die filigrane (Tango-) Musik aus den 40er Jahren ist heikel, und meine Wahrnehmung ist die, dass hier der Algorithmus noch mehr daneben greift als bei moderner, elektronischer Musik. Da der Mensch kein akustisches Gedächtnis hat, kann man diese Unterschiede nur im direkten Vergleich hören. Man kann es nicht wirklich 'beweisen' – aber die Beobachtung ist, dass bei Musik im Vollformat die Leute entspannter tanzen, weil Gehör und Gehirn sich weniger anstrengen müssen.  

‍    Was ich schon erleben musste bei Milongas und Festivals: viel zu grosse, die Ohren kaputtmachende Lautstärke mit übertriebenem Höhenanteil, falsch ein- und aufgestellte Lautsprecher, schlechte Vorverstärker. Überhaupt kein Verständnis habe ich für stumpfsinnige, halbtaube DJs, die die Anlagen übersteuern, so dass es aus den Lautsprechern klirrt und kracht. Auch wenn es eine makellose Wiedergabe nur selten gibt, so tue ich alles, um solch schlimme Fehler zu vermeiden. Ich handle nach dem KISS-Prinzip (Keep It Small and Simple) und möchte die Wiedergabe bzw. den Signalweg so einfach und direkt wie möglich halten, um einen möglichst guten Klang zu erzielen (nach Möglichkeit unter Umgehung eines Mischpults – meist dem schwächsten Glied in der Kette). 

‍    Die wunderbare Tango-Musik der Epoca de Oro, die uns so fasziniert und uns heute noch zum Tanzen motiviert und bewegt, wurde zur Schellackzeit aufgenommen. Wie einige gute Überspielungen beweisen (z.B. die 1938er Aufnahmen von Troilo – sie wurden vermutlich von einem Master gezogen), steckt in den Schellackplatten einiges an Klangpotential. 

‍    Ich habe erst mit der Zeit gemerkt, was man aus einer gut erhaltenen Schellackplatte akustisch herausholen kann. Wenn viele CDs knistern, einen eingeschränkten Frequenzgang haben und schäbig klingen, so liegt das in erster Linie an schlecht gemachten Transfers und nicht etwa an einer mangelhaften Aufnahmetechnik. Die damalige technische Ausrüstung der Studios war High Tech und kosteten ein kleines Vermögen, und die Technik war in Argentinien genauso gut wie die in den Studios der USA oder in Europa. Die Aufnahmen wurden im Direktschnitt-Verfahren, quasi als Live-Aufnahmen mit dem ganzen Orchester gemacht. Das Klangpotential ist weit besser als das, was uns von manchen Labels als vermantschter und aufgezuckerter Klangbrei vorgesetzt wird.

‍    Die qualitätsbewussten Japaner haben das früher erkannt als die Argentinier – sie haben viele gut erhaltene Schellackplatten nach Japan geschafft und dort sauber und trocken transferiert. Viele der japanischen CDs (zum Beispiel die guten d'Arienzo-Transfers von Audio Park) werden heute von den Tango-Aficionados sehr gesucht.

‍    In den 50er-, anfangs 60er-Jahre kam die Langspielplatte auf, beim Umkopieren auf LP wurden Hall, Pseudostereo und anderer Klangmurks dazugemischt. Am Anfang mag das ganz ansprechend klingen, aber es ist wie gepanschter, aufgezuckerter Wein. Leider ist es recht schwierig, z.B. von Troilo, einem der interessantesten Orchester jener Zeit, gute Transfers zu bekommen. Die meisten Überspielungen sind mit Hall, Pseudostereo und anderen akustischen Grauslichkeiten vermurkst worden (man kann es nicht anders sagen.) Die Aufgabe eines jeden DJs sollte es sein, die bestklingende Version ausfindig zu machen, auch wenn es einiges an Aufwand kostet.

‍    Was beim Tango-Auflegen so locker und leicht scheint, hat (bei mir) einiges an Vorbereitungszeit hinter sich. Um nur einen Teil herauszugreifen: viel Zeit verbringe ich beim Zusammenstellen der Tandas – welche Stücke sind gut zum Tanzen, welche passen gut zusammen und sind nicht zu ähnlich? Für das Zusammenstellen einer Tanda kann schon mal ein Nachmittag drauf gehen, bis es wirklich stimmt und innerhalb der Tanda so etwas wie eine zusammenhängende Melodie entsteht. Nur die gute Vorbereitung im Hintergrund ermöglicht es mir, gelegentlich zu tanzen.

‍    Ich hoffe, ihr erkennt den (kleinen) Unterschied, worin sich diese Milonga (hoffentlich) von manch anderen unterscheidet...


Tango-DJ Michael KI


Wetter in Basel? siehe Linkseite